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BAFA Förderung für Sanierung in Dortmund

Wärmepumpe im Altbau: worauf es technisch ankommt

Auf welche Werte es wirklich ankommt, was es bring und wodrauf man bei der Umsetzung achten muss

Wärmepumpe im Altbau

Ob eine Wärmepumpe sich rechnet, entscheidet sich nicht beim Kauf, sondern in der Planung. Zwei baugleiche Geräte können in zwei Häusern Betriebskosten erzeugen, die sich um die Hälfte unterscheiden. Der Unterschied heißt Jahresarbeitszahl, und sie hängt an einer einzigen Größe: der Vorlauftemperatur. Diese Seite erklärt, wovon sie abhängt, welche Bauart wann passt, was die Förderung technisch verlangt und wann eine Luft-Luft-Wärmepumpe eine ernsthafte Option ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jedes Kelvin weniger Vorlauftemperatur bringt rund 2,5 Prozent mehr Jahresarbeitszahl. Von 55 auf 35 Grad ist das der Unterschied zwischen 2,8 und 4,2.

  • Die Heizlast wird berechnet, nicht geschätzt. Faustformeln je Quadratmeter führen fast immer zu einem zu großen Gerät.

  • Selbst mit einer mäßigen Jahresarbeitszahl ist die Wärmepumpe beim heutigen Preisverhältnis günstiger im Betrieb als ein Gaskessel.

  • Luft-Luft-Wärmepumpen sind förderfähig – die Hürde ist nicht die Förderrichtlinie, sondern die Eignung des Gebäudes.

  • Der häufigste Streitpunkt nach dem Einbau ist nicht die Effizienz, sondern der Schall. Er lässt sich vorher ausrechnen. der Schall. Er lässt sich vorher ausrechnen.

Die Jahresarbeitszahl verstehen

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom werden – über ein ganzes Jahr, inklusive Abtauen, Warmwasser und Hilfsenergie. Sie ist nicht dasselbe wie der COP, der nur einen einzelnen Prüfpunkt beschreibt, und nicht dasselbe wie der SCOP aus dem Datenblatt, der Normbedingungen unterstellt.

Physikalisch lässt sich die JAZ erstaunlich gut abschätzen. Der maximal mögliche Wirkungsgrad einer Wärmepumpe folgt dem Carnot-Prozess und hängt nur vom Temperaturhub ab. Reale Geräte erreichen davon etwa 45 Prozent:

JAZ ≈ 0,45 × TVorlauf ÷ (TVorlauf − TQuelle), Temperaturen in Kelvin

Vorlauftemperatur 45 °C

mittlere Quellentemperatur Außenluft 1,85 °C

 

Temperaturhub

0,45 × 318 ÷ 43

318 K

275 K

 

43 K

4,4 Cent

Rechenwerte für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Außenluft als Quelle. Preis je Kilowattstunde Nutzwärme bei 21 Cent Wärmepumpenstrom, zum Vergleich Erdgas bei 12 Cent und 90 Prozent Kesselnutzungsgrad.

Erzeuger
Vorlauftemperatur
Jahresarbeitszahl
Cent je kWh Wärme
Gas-Brennwertkessel
13,3
Wärmepumpe, ungedämmtes Haus
55 °C
2,8
7,5
Wärmepumpe, teilsaniert
45 °C
3,5
6,0
Wärmepumpe, gedämmt mit Flächenheizung
35 °C
4,2
5,0

Vorsicht bei JAZ-Angaben aus Prospekten:

Ein SCOP von 4,8 bezieht sich auf 35 Grad Vorlauf, durchschnittliches Klima und ohne Warmwasser. Wer im Altbau bei 50 Grad fährt und die Wärmepumpe auch das Trinkwarmwasser bereiten lässt, landet real oft ein bis anderthalb Punkte darunter. Für die Förderung ist ohnehin die rechnerische JAZ nach VDI 4650 maßgeblich, und die berücksichtigt beides.

Zwei Schlüsse folgen daraus. Erstens: Die Wärmepumpe ist schon bei 55 Grad günstiger im Betrieb als der Gaskessel. Der Umstieg lohnt sich also auch im nicht optimal vorbereiteten Haus. Zweitens: Zwischen 55 und 35 Grad liegen bei 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf rund 500 Euro im Jahr – über die Lebensdauer 10.000 Euro, ohne dass am Gerät irgendetwas anders wäre.

Die Bauarten und Wärmequellen

Die Wärmequelle bestimmt Effizienz, Kosten und Genehmigungsaufwand.

Bauart
Quelle
Stärken
Grenzen
Luft-Wasser
Außenluft
der Normalfall im Bestand: keine Genehmigung, keine Erdarbeiten, geringste Investition, nutzt das vorhandene Rohrnetz
schlechteste Effizienz genau dann, wenn am meisten gebraucht wird; Schall; Platz für das Außengerät
Sole-Wasser mit Erdsonde
Erdreich, 40 bis 100 m tief
konstant 8 bis 12 Grad Quellentemperatur, dadurch eine um rund 1,0 höhere JAZ; kein Außengerät, kein Schall; passive Kühlung möglich
Bohrgenehmigung nach Wasserrecht, in Teilen des Ruhrgebiets wegen Bergbau eingeschränkt; deutlich höhere Investition
Sole-Wasser mit Flächenkollektor
Erdreich, 1,2 bis 1,5 m tief
günstiger als die Bohrung, meist genehmigungsfrei
braucht etwa die anderthalbfache beheizte Fläche als unversiegelten Garten; nicht überbaubar
Wasser-Wasser
Grundwasser über Saug- und Schluckbrunnen
die beste erreichbare Effizienz
wasserrechtliche Erlaubnis, Wasseranalyse, zwei Brunnen, wartungsintensiv
Luft-Luft
Außenluft
kein Rohrnetz nötig, schnell nachrüstbar, kühlt im Sommer mit
kein Warmwasser, raumweise Verteilung, nur für Gebäude mit geringem Wärmebedarf – siehe eigenes Kapitel
Brauchwasser-Wärmepumpe
Keller- oder Fortluft
löst nur das Warmwasser, günstig, entfeuchtet den Keller nebenbei
kein Beitrag zur Raumheizung; darf keine Luft aus beheizten Räumen nutzen

Für das Ruhrgebiet relevant:

Erdwärmesonden sind hier nicht überall zulässig. Der Altbergbau, Grundwasserstockwerke und Trinkwasserschutzgebiete führen dazu, dass ein Teil der Flächen in Dortmund und Umgebung für Bohrungen gesperrt oder nur mit Auflagen freigegeben ist. Der Standortcheck über den Geologischen Dienst NRW gehört an den Anfang der Planung, nicht ans Ende – er ist kostenlos und dauert Minuten.

Monoblock oder Split?

Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen gibt es zwei Bauformen, und die Entscheidung hat mehr Folgen, als sie auf den ersten Blick verspricht.

Verfahren
Passt, wenn
Stärken
Grenzen
Kellerdecke von unten
im Keller genug Höhe bleibt
der Normalfall: schnell, günstig, keine Nutzungseinschränkung oben, oft in Eigenleistung möglich
Deckenhöhe schrumpft; Rohre, Kabel und Träger im Weg
Boden von oben
der Fußbodenaufbau im Erdgeschoss ohnehin erneuert wird
keine Höhenverluste im Keller, Wärmebrücken am Rand lassen sich sauber lösen, gut mit Fußbodenheizung kombinierbar
Erdgeschoss wird zur Baustelle, Türen und Anschlusshöhen müssen angepasst werden
Perimeterdämmung
der Keller beheizt wird oder ohnehin freigelegt wird
löst Feuchte- und Wärmeschutz in einem Zug, keine Innenraumverluste
Erdaushub, teuerste Variante, nur mit druckfestem und feuchteunempfindlichem Material
Kellerwand innen
der Keller beheizt wird und kein Aushub möglich ist
ohne Erdarbeiten machbar
bauphysikalisch heikel: Wand wird kalt und feucht, Nachweis erforderlich, kapillaraktive Systeme nötig
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In der Praxis geht die Entwicklung klar zum Monoblock mit Propan – wegen der Kältemittelvorschriften, auf die das Kapitel weiter unten eingeht. Das Frostrisiko wird durch Frostschutz im Sekundärkreis oder eine automatische Entleerung beherrscht; darüber sollte man mit dem Fachbetrieb ausdrücklich sprechen.

 Luft-Luft: wann sie passt

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe ist technisch das, was viele als Klimaanlage kennen: ein Außengerät, ein oder mehrere Innengeräte, die Wärme geht direkt an die Raumluft. Es gibt kein Heizwasser, keine Heizkörper, kein Rohrnetz.

Fördertechnisch ist sie kein Sonderfall. Luft-Luft-Wärmepumpen sind als eigenständige Maßnahme förderfähig, sofern sie die bestehende Heizung vollständig ersetzen und die technischen Mindestanforderungen erfüllen. Die Hürde liegt woanders.

Wann eine Luft-Luft-Wärmepumpe als alleinige Heizung in Frage kommt.

Eignung
Gebäude
Warum
Gut geeignet
Neubau, Passivhaus, umfassend saniertes Bestandsgebäude
niedriger Wärmebedarf, wenige Grad Temperaturdifferenz nötig, Luft als Träger reicht aus
Prüfen
teilsanierte Gebäude mit moderatem Bedarf
kommt auf die Heizlast je Raum an; Bäder und Räume ohne Innengerät sind das Problem
Eher nicht
unsanierter Altbau mit hohem Wärmebedarf
die Luftmenge, die den Bedarf decken würde, wird als Zug empfunden; einzelne Räume bleiben kalt

Was für sie spricht

  • Kein Rohrnetz. In Wohnungen und bei Gebäuden mit Nachtspeicherheizung oder Gasetagenheizung entfällt der teuerste Teil der Umrüstung.

  • Schnell nachrüstbar. Der Eingriff in die Bausubstanz beschränkt sich auf Kernbohrungen.

  • Kühlen inklusive. Dieselbe Anlage kühlt im Sommer aktiv – anders als eine Fußbodenheizung, die nur wenige Kelvin abführen kann.

  • Raumweise Regelung. Nur beheizen, was benutzt wird.

Was dagegen spricht

  • Kein Warmwasser. Das muss separat gelöst werden, meist über eine Brauchwasser-Wärmepumpe – die dann mitgefördert werden kann.

  • Räume ohne Innengerät bleiben kalt. Bad, Flur, Schlafzimmer hinter geschlossenen Türen. Das ist der Punkt, an dem die meisten Planungen scheitern.

  • Trockene Luft und Zugempfinden bei hoher Heizleistung.

  • Kein Speicher, keine Trägheit. Bei Netzabschaltungen fehlt der Puffer.

Der Trennstrich, den man kennen muss:

Eine Wärmepumpe ist nicht förderfähig, wenn sie als Wärmequelle Luft aus thermisch konditionierten Zonen nutzt – also die eigene Raumluft umwälzt. Und eine Luft-Luft-Wärmepumpe, die ausschließlich die Ab- oder Fortluft einer Lüftungsanlage als Quelle nutzt, gilt nicht als Wärmeerzeuger; sie kann nur zusammen mit förderfähiger Lüftungstechnik gefördert werden. Gemeint ist bei der Heizungsförderung immer das Gerät, das Außenluft als Quelle nutzt.

Heizlast statt Faustformel

Die Heizlast ist die Leistung, die das Gebäude am kältesten Auslegungstag braucht – in Dortmund bei rund minus zehn Grad Außentemperatur. Sie bestimmt die Gerätegröße, und eine zu große Wärmepumpe ist teurer in der Anschaffung und im Betrieb, weil sie taktet.

Der schnelle Weg: aus dem Verbrauch

Gasverbrauch der letzten drei Jahre, Mittel

abzüglich Warmwasser und Kesselverluste, grob

geteilt durch Vollbenutzungsstunden

überschlägige Heizlast

25.000 kWh/a

 

× 0,85

÷ 2.100 h

rund 10 kW

Das ist gut genug für ein erstes Gespräch und deutlich belastbarer als jede Faustformel je Quadratmeter. Zum Vergleich: Die verbreitete Regel „100 Watt je Quadratmeter" ergäbe für 150 Quadratmeter 15 Kilowatt – die Hälfte zu viel.

Der belastbare Weg: raumweise nach DIN EN 12831

Für die Auslegung wird die Heizlast raumweise berechnet: Transmission über jedes Bauteil, Lüftung, Aufheizzuschlag. Das liefert nicht nur die Gerätegröße, sondern gleichzeitig die Grundlage für den hydraulischen Abgleich und für die Frage, welche Heizkörper wirklich zu klein sind. Beides ist Gegenstand der Seite zur Gebäudetechnik.

Der Reihenfolge-Hinweis, der Geld spart: 

 Wenn ohnehin gedämmt werden soll, wird die Heizlast nach der geplanten Sanierung angesetzt, nicht vor ihr. Sonst steht dort in fünf Jahren ein Gerät, das für ein Haus ausgelegt wurde, das es nicht mehr gibt. Mehr dazu auf der Seite zur Sanierungsreihenfolge.

Monovalent, monoenergetisch, bivalent

Betriebsweise
Was das heißt
Wann sinnvoll
Monovalent
Die Wärmepumpe deckt die gesamte Heizlast allein.
Sole- und Wasser-Wärmepumpen, gut gedämmte Gebäude
Monoenergetisch
Wärmepumpe plus elektrischer Heizstab für die kältesten Tage.
der Regelfall bei Luft-Wasser – der Heizstab deckt nur wenige Prozent der Jahresarbeit
Bivalent
Wärmepumpe plus zweiter Wärmeerzeuger, meist der alte Kessel.
Übergangslösung; förderfähig nur, wenn die Wärmepumpe überwiegend heizt

Entscheidend ist der Bivalenzpunkt – die Außentemperatur, ab der zugeheizt wird. Er wird gern zu hoch gelegt, weil das ein kleineres Gerät erlaubt. Bei minus zwei Grad Bivalenzpunkt läuft der Heizstab schon an vielen Tagen; bei minus fünf Grad deckt die Wärmepumpe in unserem Klima weit über neunzig Prozent der Jahresarbeit, und der Heizstab bleibt das, was er sein soll: eine Rückfallebene für ein paar Stunden im Jahr.

Warum ein zu großes Gerät schlechter ist als ein knappes: 

Eine Wärmepumpe moduliert nur bis etwa 30 Prozent ihrer Nennleistung herunter. Ist sie doppelt so groß wie nötig, kann sie in der Übergangszeit nicht mehr weit genug herunterregeln und schaltet ständig ein und aus. Jeder Start kostet Effizienz und Verdichterlebensdauer. Takten ist die häufigste Ursache für eine enttäuschende Jahresarbeitszahl – häufiger als eine zu hohe Vorlauftemperatur.

Die Vorlauftemperatur senken

Alles, was die Vorlauftemperatur senkt, zahlt direkt auf die Jahresarbeitszahl ein. Es gibt drei Stellschrauben, und sie sind unterschiedlich teuer:

1. Heizkurve richtig einstellen

Kostet nichts. Viele Anlagen laufen mit der Werkseinstellung, die für den ungünstigsten denkbaren Fall gemacht ist. Die Kurve wird schrittweise abgesenkt, bis der ungünstigste Raum an einem kalten Tag gerade noch warm wird.

2. Hydraulischer Abgleich

Ohne ihn muss die Vorlauftemperatur so hoch sein, dass auch der schlechtest versorgte Raum warm wird – alle anderen werden überversorgt. Der Abgleich ist die günstigste wirksame Maßnahme am ganzen System und Fördervoraussetzung.

 

3. Größere Heizflächen

Die Wärmeabgabe eines Heizkörpers wächst überproportional mit der Fläche. Oft genügt es, drei oder vier kritische Heizkörper zu tauschen, statt alle. Niedertemperatur-Heizkörper und Flächenheizungen sind förderfähig.

 

4. Dämmung der Hülle

Der teuerste, aber dauerhafteste Weg: Sinkt die Heizlast, sinkt die nötige Vorlauftemperatur bei gleichen Heizflächen automatisch.

 

Die ersten beiden Punkte kosten zusammen selten mehr als ein tausendstel dessen, was die Anlage kostet – und sind trotzdem die häufigste Ursache dafür, dass eine korrekt ausgelegte Wärmepumpe schlecht läuft.

Warmwasser: der stille Effizienzfresser

Die Raumheizung fährt mit 35 bis 45 Grad. Das Trinkwarmwasser braucht 50 bis 60. Damit ist die Warmwasserbereitung der Betriebszustand mit der schlechtesten Arbeitszahl – und in einem gut gedämmten Haus macht sie zwanzig Prozent des Wärmebedarfs aus.

  • Speichertemperatur nicht höher als nötig. In Ein- und Zweifamilienhäusern mit Speichern bis 400 Litern und kurzen Leitungen sind dauerhaft 60 Grad meist nicht erforderlich; maßgeblich ist die Bewertung nach den Regeln der Trinkwasserhygiene.

  • Frischwasserstation statt Speicher erwärmt das Trinkwasser erst beim Zapfen. Damit steht kein warmes Trinkwasser über Stunden – hygienisch vorteilhaft und regelungstechnisch einfacher.

  • Zirkulation begrenzen. Eine dauerlaufende Zirkulationspumpe kann mehr Energie verbrauchen als die gesamte Warmwasserbereitung. Zeitschaltung oder Anforderungstaster.

  • Warmwasser in die PV-Stunden legen. Die Speicheraufheizung mittags statt nachts ist eine der einfachsten Eigenverbrauchsmaßnahmen.

Schall: rechnen, nicht hoffen

Der häufigste Konflikt nach einem Wärmepumpeneinbau ist nicht die Rechnung, sondern der Nachbar. Dabei ist der Schall die am besten vorhersagbare Größe des ganzen Projekts.

 

Maßgeblich ist die TA Lärm. Sie begrenzt den Beurteilungspegel am nächsten schutzbedürftigen Fenster – im allgemeinen Wohngebiet auf 55 Dezibel tags und 40 Dezibel nachts, im reinen Wohngebiet auf 50 und 35. Nachts ist die Anforderung also strenger, und nachts läuft die Wärmepumpe.

 

Aus dem Schallleistungspegel des Geräts – er steht im Datenblatt – lässt sich der Pegel am Nachbarfenster überschlägig berechnen. Bei Aufstellung auf dem Boden im Freien gilt:

Lp = LW − 10 · lg(2 · π · r²)

Schalldruckpegel in Dezibel am Immissionsort, je nach Schallleistung des Außengeräts und Abstand. Ohne Zuschläge für Reflexionen.

Schallleistung
3 m
5 m
8 m
10 m
15 m
50 dB(A)
32
28
24
22
18
55 dB(A)
37
33
29
27
23
60 dB(A)
42
38
34
32
28
65 dB(A)
47
43
39
37
33

Ein Gerät mit 55 Dezibel Schallleistung hält den Nachtwert von 40 Dezibel also schon ab gut zwei Metern ein – auf freier Fläche. Und genau da liegt die Falle:

Die Aufstellung schlägt jedes Datenblatt:

Vor einer Hauswand kommen etwa 3 Dezibel hinzu, in einer Gebäudeecke rund 6, zwischen zwei Wänden noch mehr. Sechs Dezibel entsprechen einer Verdopplung des Abstands – aus vier zulässigen Metern werden acht. Deshalb gilt: nie in die Ecke, nie in den Schacht zwischen zwei Häusern, nie mit dem Ventilator auf das Nachbarschlafzimmer gerichtet. Ein Meter Standortverschiebung ist billiger als jede Schallschutzhaube.

Für die Förderung gilt seit dem 1. Januar 2026 eine verschärfte Anforderung: Die Schallleistung des Außengeräts muss mindestens zehn Dezibel unter dem Grenzwert der EU-Ökodesign-Verordnung liegen; bis Ende 2025 genügten fünf. Praktisch bedeutet das für Luft-Wasser-Wärmepumpen etwa 55 Dezibel bis 6 Kilowatt und 60 Dezibel bis 12 Kilowatt. Ein Teil der weiterhin verkehrsfähigen Geräte ist damit nicht mehr förderfähig – ein Blick in das Datenblatt vor der Auswahl ist also Pflicht, nicht Kür.

Kältemittel und die F-Gase-Verordnung

Das Kältemittel ist keine Nebensache mehr, sondern eine Frage der Zukunftssicherheit der Anlage.

Kältemittel
GWP
Eigenschaften
R290 (Propan)
3
natürlich, hohe Vorlauftemperaturen bis 70 °C möglich, brennbar – Aufstellabstände und Zündquellenfreiheit beachten
R32
675
heute noch verbreitet, verfehlt die künftige Grenze deutlich
R410A
2.088
Altbestand, in Neugeräten praktisch verschwunden

Die europäische F-Gase-Verordnung setzt Fristen: Ab dem 1. Januar 2027 dürfen Monoblock-Wärmepumpen bis 12 Kilowatt nur noch mit Kältemitteln unter einem GWP von 150 in Verkehr gebracht werden – R32 fällt damit heraus. Für Split-Geräte gelten Fristen ab 2029, für größere Leistungen später. Der Markt bewegt sich deshalb schnell in Richtung Propan.

Was das für eine Kaufentscheidung heute bedeutet:

 Ein R32-Gerät bleibt legal, darf betrieben und gewartet werden und verliert seine Betriebserlaubnis nicht. Aber: Die Verfügbarkeit und der Preis des Kältemittels für Nachfüllungen werden sich über die Lebensdauer ungünstig entwickeln, weil die Verordnung die verfügbaren Mengen schrittweise verknappt. Bei einer Anlage, die zwanzig Jahre laufen soll, ist Propan die robustere Wahl – und erreicht nebenbei höhere Vorlauftemperaturen, was gerade im Altbau nützlich ist.

Stromtarif und Netzdienlichkeit

Der Wärmepumpenstrom entscheidet über die Hälfte der Betriebskosten. Drei Punkte gehören in die Planung:

  • Eigener Zähler oder Kaskadenmessung. Wärmepumpentarife liegen deutlich unter dem Haushaltsstrom. Voraussetzung ist eine getrennte Messung – das ist eine Entscheidung, die beim Einbau getroffen wird und später nur mit Aufwand nachzuholen ist.

  • Steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG. Wärmepumpen über 4,2 Kilowatt Anschlussleistung werden als steuerbare Verbrauchseinrichtung angemeldet. Der Netzbetreiber darf im Ausnahmefall die Leistung reduzieren, im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte. Für die Förderung ist eine netzdienliche Schnittstelle ohnehin verlangt – üblicherweise über das SG-Ready-Label oder VHPready.

  • Photovoltaik. Eine Wärmepumpe verbraucht im Winter am meisten und die PV liefert im Sommer am meisten – der direkte Eigenverbrauch bleibt daher begrenzt. Sinnvoll ist die Kopplung trotzdem: über die Warmwasserbereitung mittags und über eine leichte Anhebung der Speichertemperatur bei Überschuss. Die PV-Anlage selbst ist nicht Teil der Heizungsförderung.

Was die Förderung technisch verlangt

Die Heizungsförderung läuft über die KfW, die Optimierung der bestehenden Anlage und die Maßnahmen an der Gebäudehülle über das BAFA. Das ist keine Formalie, sondern bestimmt die Reihenfolge.

Die technischen Mindestanforderungen

Anforderung
Inhalt
Jahresarbeitszahl
mindestens 3,0, rechnerisch nachzuweisen nach VDI 4650 – also mit der tatsächlich geplanten Vorlauftemperatur und inklusive Warmwasser
Gerätelistung
das konkrete Modell muss im Wärmeerzeuger-Portal des BAFA als förderfähig geführt sein
Schall
seit 01.01.2026 mindestens 10 dB unter dem Ökodesign-Grenzwert
Netzdienlichkeit
Schnittstelle nach SG Ready oder VHPready
Messtechnik
Erfassung von Wärmemenge und Stromverbrauch, damit die Anlage überhaupt bewertbar ist
Hydraulik
hydraulischer Abgleich bei wassergeführten Systemen; bei luftheizenden Systemen sind stattdessen die Luftvolumenströme einzuregulieren
Nutzung
die Anlage muss die Raumheizung überwiegend bereitstellen; Betriebspflicht in der Regel zehn

Die Reihenfolge, die man nicht umdrehen kann

1. Heizungsoptimierung zuerst – oder gar nicht

Die BAFA-Förderung der Heizungsoptimierung setzt einen Wärmeerzeuger voraus, der älter als zwei und jünger als zwanzig Jahre ist. Sie kann nicht mit der Heizungsförderung für dieselbe Maßnahme kombiniert werden, und sie muss vollständig abgeschlossen sein, bevor der Antrag für den neuen Wärmeerzeuger gestellt wird. Wer die Heizkörper also über die Optimierung fördern lassen will, macht das vor dem Wärmepumpenantrag.

 

2.Auslegung und Nachweise

Heizlast, Vorlauftemperatur, JAZ nach VDI 4650, Geräteauswahl aus der Liste, Schallnachweis.

 

3. Vertrag mit aufschiebender Bedingung

Der Liefer- oder Leistungsvertrag muss zum Zeitpunkt der Antragstellung vorliegen – und er muss unter der Bedingung stehen, dass die Förderung bewilligt wird. Fehlt diese Klausel oder wird vorher mit der Ausführung begonnen, gilt das als vorzeitiger Maßnahmenbeginn.

 

4. Bestätigung zum Antrag und Antragstellung

Das Fachunternehmen oder der Energieeffizienz-Experte stellt die Bestätigung zum Antrag aus; damit wird der Antrag im Förderportal gestellt.

 

5. Umsetzung und Verwendungsnachweis

Nach Fertigstellung folgt die Bestätigung nach Durchführung, danach die Auszahlung.

Zwei Dinge, die sich gerade bewegen:

Erstens sinkt der Klimageschwindigkeits-Bonus für selbstnutzende Eigentümer halbjährlich und läuft mittelfristig aus – früh planen ist hier bares Geld. Zweitens ändert sich die Struktur der Basisförderung 2027, unter anderem mit einem Zuschlag für Wärmepumpen europäischer Herkunft. Konkrete Sätze und Höchstbeträge stehen deshalb nicht auf dieser Seite, sondern auf der Förderseite – dort werden sie gepflegt.

Eine Klarstellung zum Gebäudemodernisierungsgesetz: 

Die Pflicht, dass eine neue Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden muss, ist ordnungsrechtlich entfallen. Sie bleibt aber Voraussetzung für die Förderung. Wer also fördern lassen will, muss die Anforderung weiterhin erfüllen – wer ohne Förderung baut, hat mehr Freiheit als bisher. Für die allermeisten Eigentümer ändert das an der Rechnung nichts, weil die Förderung den größeren Hebel hat.

Passt eine Wärmepumpe zu Ihrem Haus?

Die Antwort steckt in zwei Zahlen: der Heizlast und der Vorlauftemperatur, mit der Ihre vorhandenen Heizflächen auskommen. Beides lässt sich vor jeder Investitionsentscheidung bestimmen. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, ob sich der Aufwand lohnt und welcher Förderweg zu Ihrem Vorhaben passt.

Häufige Fragen zu Wärmepumpen

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